Unternehmensgeschichte

 

1852 – 2002


150 Jahre Firma Molderings in Aldekerk


Von der Dorfschmiede über die Schlosserei zur Haustechnik

Mit freundlicher Unterstützung von Wilhelm Sommer

Die Firmenchronik eines niederrheinischen Handwerkerbetriebes

Am Anfang einer Gründung steht immer eine Idee, die es zu verwirklichen gilt, vielleicht auch der Traum eines jungen Menschen, mehr aus seinem Leben zu schaffen, nicht Knecht, sondern Herr zu sein. Der Firmengründer Wilhelm Molderings sah in der Ausübung des Schmiedehandwerkes, in dem damaligen überwiegend von der Landwirtschaft geprägtem Umfeld, eine aussichtsreiche Chance für eine Existenzgründung als selbständiger Handwerker. In diesem Jahr schaut das, unterdessen in der 5. Generation bestehende, mittelständige Handwerksunternehmen Molderings auf 150 Jahre Firmengeschichte zurück.

Erinnern wir uns:

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt das Zeitalter der Mechanisierung und der Industrialisierung. Im 20. Jahrhundert ist der rasante Fortschritt unaufhaltsam. Elektrizität, Erdöl, Atomkraft ersetzen als Energiequellen die Kohle. Otto- und Dieselmotor beginnen ihren Siegeslauf, die Chemie bringt ständig neue Erzeugnisse hervor. Umwälzende Erfindungen revolutionieren die Nachrichtentechnik. Das Flugzeug wird zum Massenverkehrsartikel. Computer lösen die kompliziertesten Aufgaben. Die Automation verändert zahlreiche Berufe, die Raumfahrt gerät in die Schlagzeilen. Mobilität und Flexibilität werden zu Lebensrhythmus. Dies wird auch an der Firmenchronik der Firma Molderings Haustechnik GmbH aus Aldekerk deutlich.

Eine Familiensaga

Vor Beginn dieses Zeitalters zogen der Knopfmacher Johann Gerhard Molderings und seine Ehefrau Johanna, geb. Teilmanns nach ihrer Heirat im Jahre 1816 von Nieukerk nach Aldekerk. Neun Kinder wurden geboren, von denen drei im Kindesalter verstarben. Damals konnte der am 27. März 1824 geborene Wilhelm nicht ahnen, welchen ständig steigenden Anforderungen und stetigen Veränderungen seine Nachkommen sich stellen mussten. Wilhelm erlernte das Schmiedehandwerk und arbeitete als Geselle in der Schmiede der Gebr. Büllen. Der Betrieb, welchen er 1850 übernahm, war in der Hochstraße in dem Haus der ehem. Metzgerei Becks ansässig. Die Dorfschmiede war eine sichere Einnahmequelle und ernährte mit Schwein und Kuh im Stall, sowie mit den Erzeugnissen des eigenen Obst- und Gemüsegartens, die Familie. Diese hatte Willhelm mit der Schaephysenerin Agnes Dahmen am 22.07.1851 gegründet. Agnes Dahmen war Waise und aufgrund einer unerwarteten Erbschaft ihrerseits konnten beide 1851 das Haus auf der Hochstraße 49 erwerben. Hier waren Wohntrakt und Werkstatt in einem Komplex vereint. Willhelm und Agnes hatten 6 Kinder. Einer war der Sohn Heinrich – Gerhard.

Heinrich-Gerhard Molderings, geb. am 11.März 1860 heiratete im Jahre 1892 die vom Bosseljon-Hof (später J. Dams und Familie Gremm) stammende Helene Bosseljon. In diesem Jahr übernahm der gelernte Schmied auch den väterlichen Betrieb. Um 1900 verlegte Gerhard die im Wohnhaus gelegene Schmiede in eine im Garten gebaute Scheune. Hier war die Schmiede bis ins Jahr 2000 untergebracht. Drei Söhne gingen aus dieser Ehe hervor. Der älteste Sohn Theodor wurde ebenfalls Schmied und war für die Nachfolge vorgesehen. Gegen Ende des 1. Weltkrieges fiel er jedoch 1918 als Flieger in Frankreich. Gerhard wurde schwer krank und sein jüngster Sohn Johannes, geb. 1902, konnte den Betrieb noch nicht übernehmen. Deshalb übernahmen Gerhard Kobbers und Heinrich Zimmer für einige Jahre die Führung des Betriebes.

1925 konnte Johannes, mit dem Ablegen der Meisterprüfung in Köln, den Betrieb wieder übernehmen. (Die Meisterbriefe von Johannes hängen heute noch in den Büroräumen der Firma Molderings) .

1931 heiratete er Maria Fischer aus Stenden. Zwei Jungen und ein Mädchen vervollständigten nach und nach die Familie. Während des zweiten Weltkrieges diente Johannes als Beschlagmeister in Frankreich und Russland und kam erst 1946 wieder nach Hause zurück. Jetzt folgten schwierige Jahre für die Familie und den Betrieb. Die zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft, der Wegfall der gewohnten Schmiedearbeiten an Pferd und Karren machten sich gerade im Schmiedehandwerk bemerkbar. Es begann das Sterben der auf die alten bäuerlichen Strukturen ausgerichteten Schmiedewerkstätten allerorten. Und es traf auch Johannes Molderings. Schwer um seine Existenz ringend verlegte er die berufliche Tätigkeit in der Werkstatt auf Schlosserarbeiten mit dem Schwerpunkt der Bauschlosserei.

Der Schmied wurde zum Schlosser.

Dementsprechend erlernten seine beiden Söhne Gerhard und Karl das Schlosserhandwerk und legten darin ihre Meisterprüfung ab. Nach dem plötzlichen Tode des Vaters 1960 übernahmen sie gemeinsam den Betrieb des Vaters. Es zeigte sich jedoch bald, dass die Schlosserei allein den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügte. Neben der Bauschlosserei nahmen Karl und Gerhard den Bereich der Heizungstechnik in ihr Arbeitsfeld auf. Hierzu legte Karl 1969 die Meisterprüfung als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer ab. 1966 hatte er Trude Küsters aus Obereyll geheiratet. Aus dieser Ehe gingen ein Mädchen und zwei Jungen hervor. Anfang der 90 er Jahre leitete Karl den Betrieb allein und gründete eine GmbH. Seine Söhne wandelten in den Fußstapfen ihres Vaters und ihres Onkels, verlegten jedoch ihr Arbeitsfeld, der Zeit entsprechend, auf den Bereich der Haustechnik. Klemens erlernte zwar noch neben dem Beruf des Heizungsbauers auch noch den Beruf des Schlossers, seine Meisterprüfung legte er jedoch als Gas- und Wasserinstallateur ab. Sein Bruder Eugen folgte ihm einige Jahre später und schloss seine Ausbildung ebenfalls mit der Meisterprüfung ab. Somit boten sie bald eine gute Stütze für ihren Vater und übernahmen nach und nach die Leitung des Betriebes. 1998 lösten beide dann den Vater in der Geschäftsführung ab. Der Schwerpunkt der Arbeit im Betrieb verlegte sich von der Schlosserarbeit auf den Heizungsbau und die Sanitärtechnik. Dabei expandierte die Firma stetig: Zur Zeit beschäftigt sie 24 fachkundige und kompetente Mitarbeiter. Zu diesen zählen auch die beiden Ehefrauen der Firmeninhaber. Klemens ist seit 1994 mit Katrin, geb. Hahn, aus Baerl und Eugen seit 1997 mit Ursula, geb. Waerdt, aus Wachtendonk verheiratet. Sie gründeten mit ihren Kindern die 6. Generation der Aldekerker Molderings.

Als gleichwertige und fachkundige Frauen in Verwaltung und Handwerk sind sie ebenbürtige Mitarbeiterinnen ihrer Männer, was der positiven Entwicklung des Betriebes besonders gut bekommt. Die Folge der stetigen Vergrößerung der Firma, des Fuhrparks und des Materiallagers war, dass das Gelände an der Hochstraße zu klein wurde und man sich auf die Suche nach einem geeigneten Betriebsgelände, in oder um Aldekerk herum, begab. Die Lösung – nicht von ungefähr – fand Klemens` Frau Katrin. ,,Frauen sind doch die besseren Diplomaten’’. Mit der Übernahme des Dormanshofes von Ewald Peters in Obereyll wurde vor drei Jahren das dringend gesuchte neue, „alte“ Betriebsgebäude gefunden. Mit viel Sachverstand, Herz und sehr viel Eigenarbeit wurden die bisher landwirtschaftlich genutzten Räume umgebaut. Es entstanden geräumige Betriebsstätten, wie Büro und Ausstellung,Werkstatt und Lager, Remisen für einen ausgerüsteten Fuhrpark mit Service- und Baustellenfahrzeugen sowie ein kleiner firmeneigener Parkplatz. Alles Voraussetzungen für einen reibungslosen Arbeitsablauf eines Betriebs in dieser Größenordnung.

Moderne Arbeitsfelder des Unternehmens neben dem Heizungsbau und der Sanitärinstallation, sind heute die Bereiche Solartechnik, Wärmerückgewinnung, Brennwert- und Schornsteintechnik, Trinkwasserbehandlung und Regenwassernutzung. Zur Sanitärinstallation zählen Neubauten ebenso wie die Sanierung alter und die Gestaltung neuer Bäder. Zum Service gehört auch die fachgerechte Entsorgung von Altmaterialien wie Altkessel und Bauschutt. Zu den Kunden gehören private Hausbauer, ebenso wie Architekten, Bauunternehmer und die Industrie.

150 Jahre Firma Molderings belegen wieder einmal, dass unternehmerischer Weitblick, Mut zum überschaubaren Risiko, Anpassung an veränderte Lebensumstände und Gemeinsamkeit im Handeln die Stufen auf der Erfolgsleiter des Lebens ist.
Mit dieser Einstellung braucht niemand um den Fortbestand der Firma Molderings in der Zukunft zu bangen.

Firmenprofil:



Gegründet: 1852
Inhaber: Klemens und Eugen Molderings
Geschäftsführer: Klemens Molderings
Mitarbeiter: 5 Bürokräfte,
1 Lagerarbeiter,
15 Monteure,
3 Auszubildende
Firmengelände:3000 qm
Überdachte Fläche:1500qm
Lagerfläche:450 qm
Ausstellungsraum:60qm mit 5 Badanwendungen
Fuhrpark:1 Mercedes Sprinter
1 Mercedes Pritsche
4 Mercedes Vito
4 Renault Kangoos
Unsere Leistungen: Installation der Haustechnik in Neubauten Altbautensanierung Bädersanierung aus einer Hand Sanierung von Heizungsanlagen
Besondere Maschinen:
Kernbohrmaschine
Kanalkamera
Motorspirale
Diverse Pressen


Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Überblick einen Einblick in die Firmengeschichte gegeben haben.

Ihre FamilieMolderings